Martinů - Larmes de couteau - Kammeroper mit Claudia HERR - Mezzosopran
Bohuslav
Martinů
- Des Messers TränenKonzerthaus am Gendarmenmarkt
Kammeroper in einem Akt von Bohuslav Martinů
Trilogie - Premiere in Berlin 2007
modern art ensemble
Musikalische Leitung: Gerd Herklotz
Regie: Cornelia Heger
Sopran: Olivia Stahn
Mezzosopran: Claudia Herr
Bariton: Martin Schubach
Ausstattung: Janina Mendroch
Video: Veit Lup

Martinu-Trilogie:
- Bohuslav Martinu "Le raid merveilleux" ("Der wunderbare Fernflug") - Ein Stück ohne Personen
- Bohuslav Martinu "Larmes de couteau" ("Des Messers Tränen") - Oper in einem Akt nach dem gleichnamigen Stück von Georges Ribemont-Dessaignes
- Bohuslav Martinu "La revue de cuisine" ("Küchenrevue") - Ballett für sechs Instrumente
Die
große Oper war vor allem ein Kind des 19. Jahrhunderts. Dessen
üppig blühende Kultur aber versank in den grundlegenden Umwälzungen,
die das anbrechende 20. Jahrhundert weltweit erschütterten. Freilich
erblühte auf den Trümmern des Vergangenen alsbald neues Leben. Zu
denen, die dem Musiktheater neue Impulse versetzten, gehörte Bohuslav
Martinù, der neben einer Vielzahl von großformatigen Bühnenwerken auch
mit neuen musiktheatralischen Formen experimentierte. Jene
drei Werke,
die wir zu einer Trilogie vereinen, dokumentieren einen intensiven
Flirt des Tschechen Martinů mit jenem Surrealismus, der – zumal in
seiner Wahlheimat Frankreich – in den zwanziger und dreißiger Jahren
en vogue war.
„Der wunderbare Fernflug“ bezieht sich auf eine wirkliche
Begebenheit: den – freilich auf tragische Weise mißlungenen – Versuch
von Charles Nungesser und François Coli, zwei Wochen vor
Charles
Lindbergh den Atlantik mit dem Flugzeug zu überqueren. Martinů formte
diesen Stoff zu einem „Stück ohne Personen“, in dem die Musik und eine
gleichsam kinetische Szenographie der Phantasie des Zuschauers breiten
Spielraum überlassen. „Der wunderbare Fernflug“ erlebt in unserem
Musiktheaterabend seine deutsche Erstaufführung. Die Kammeroper „Messer
aus Tränen“ – zentraler Teil unserer Trilogie – präsentiert eine
absurde Liebesgeschichte: „Das Stück zeigt, daß die Erforschung der
Seele und eine Abkehr
von der Wagnerschen Dramaturgie sich nicht
ausschließen, denn Brünnhildes Problem, die
Behütung der
Jungfernschaft, das im >Siegfried< wortreich und 45
Minuten lang
abgehandelt wird, erhält hier eine originelle und mit reichlich
schwarzem Humor versehene Neuauflage, die zudem deutlich kürzer ist.“
(Peter Uehling) Eine Liebesgeschichte höchst exquisiter Art wird auch
in der jazzinspirierten „Küchenrevue“ offeriert, in der wir erleben
können, wie es zugeht, wenn die vorgeblich den Menschen vorbehaltenen
amourösen Leidenschaften vom Interieur eine Küche Besitz ergreifen.[Jens Schubbe]

